Offener Brief an den Chefredakteur – Kärntner Krone
Sehr geehrter Herr Chefredakteur H. Mösslacher !
Ihr Beitrag in der SonntagsKrone (Kärntner Krone) zum Kärn-Thema hat uns sehr unangenehm berührt, stellt dieser doch eine unverhohlene Werbaussendung zu einem in Klagenfurt
sehr umstrittenen Projekt dar. Bereits im Oktober 2007 habe Sie in einem ähnlichen Artikel versucht einen Bürgervertreter mit dem Kennzeichen K-STROM 1 anzupatzen. Ihr Artikel wurde vom ehem. BM Scheucher 1 zu 1 in der Klagenfurt Zeitung übernommen. Ein Schelm, wer den Dienstantritt des Herrn Mag. Raffer bei der Stadtwerke Klagenfurt AG damit und mit anderen Ihrer Beiträge in Zusammenhang bringen will. Es wäre auch fatal, daran zu denken, dass sich ein Chefredakteur der größten österreichischen unabhängigen Zeitung, als Lobbyist für den Verbund/KEG in Sachen Gaskraftwerke einspannen lässt. Die uneingeschränkte Befürwortung, dass in Klagenfurt ein Gaskraftwerk gebaut werden „müsse“, widerspreche der österreichweiten Krone Linie (nämlich hin zur erneuerbaren Energie bzw. energieautark zu werden).
Ihre Meinung zu Gaskraftwerken ist sicherlich dem Grunde nach als ein Diskussionsbeitrag zu sehen, aber für die spezifische Situation im Klagenfurter Becken untragbar. Wie gerade Dr. Stockinger vor wenigen Tagen im Zusammenhang mit der Feinstaubproblematik in Klagenfurt ausgeführt hat, ist die Inversionswetterlage im vom allen Seiten umschlossenen Klagenfurter Becken einmalig in Europa. Jede zusätzliche Emission ist zu verhindern(Aussage DI Tschabuschnig in seinem Strafverfahren wg. Amtsmissbrauch).
Ihre Gaskraftwerksforcierung widerspricht auch dem Ziel des Umweltminister Berlakovich, welcher am 22.03.2011 in der Kärntner Krone eine ganzseitige Anzeige gegen Energiesysteme von gestern ist. Für Berlakovich ist klar, dass Österreich unabhängig von Öl, Gas und Atomlobbys wird!
Man könnte Ihre Aussage zusammenfassen und mit dem Zitat “Statt der Pest nehmen wir lieber die Cholera in Kauf” verkürzt darstellen. Das würde bedeuten, dass der verstärkte Schadstoffausstoß über den Grenzwerten NO² u. PM 10, die Verdoppelung der Nebeltage, erhöhte Anrainer-Lärmbelästigung, CO² Belastung (1 Mill. Tonnen zusätzlich), steigende Gaspreise, Landschaftszerstörung, gefährdete Flugsicherheit, Ausrottung von geschützten Fledermäusen u. Vögeln uvm. in Kauf genommen werden soll. Obwohl wir in Österreich eigentlich kein Atomkraftwerk haben und mit der Inbetriebnahme des GDK, kein einziges in Europa abgeschaltet wird und solches auch nicht als Auflage vorgesehen ist.
Gerade die Erhöhung der Nebeltage ist für das Klagenfurter Becken insbesondere für die Nachbarschaft mit Einzelhäusern besonders relevant. Dadurch wird nämlich die Effizienz der Solaranlagen entscheidend verringert. Fernwärme kommt für diese Gebiete nicht in Frage, da die Anschlusskosten derzeit 17.000.-Euro (Straßenarbeiten) und auch die Heiztarife (Stichwort Bereitstellungsentgelte) unverhältnismäßig hoch und nicht leistbar sind. Die logische Folge ist weiterhin ein Betrieb von Einzelöfen auf Holzbasis, was schon jetzt einen Beitrag zu erhöhten Feinstaubwerten darstellt. Durch das fadenscheinige Agieren der Politiker und KEG, wird die Klagenfurter Bevölkerung schon seit dem Jahr 2005 einer überhöhten Schadstoffbelastung ausgesetzt, obwohl der entlassene STW-Vorstandsdirektor DI. Lauer ein fertiges Sanierungs/Erneuerungskonzept vorlegte. Nach realistischer Abschätzung würde ein GDKK erst frühestens in 5 Jahren in Betrieb gehen und in dieser Zeit die Klagenfurter Bevölkerung weiter massiv belasten.
Es dürfte der Kärntner Krone auch nicht entgangen sein, dass die für das UVP-Verfahren verantwortliche Verfahrensleiterin Mag. Greiner von ihrem Abteilungsleiter Dr. Kreiner massiv unter Druck gesetzt und ihr schlussendlich wegen eines negativen Bescheidentwurfs der Akt entzogen wurde. Dr. Kreiner machte daraus einen (vorläufigen) positiven Bescheid.
Wir dürfen Sie, sehr geehrter Herr Chefredakteur ersuchen, auch unserem Standpunkt den gleichen Raum zu geben, um einer ausgewogenen Berichterstattung in der Kronenzeitung Rechnung zu tragen. Wir würden sodann in Abstimmung mit anderen Bürgerinitiativen eine Gegendarstellung vorlegen.
Wir erwarten daher Ihre Nachricht und verbleiben
Mit freundlichen Grüßen
Im Namen aller Klagenfurter Bürgerinitiativen ” Gegen das Gasdampfkarftwerk im Klagenfurter Becken”
Michael Wulz
Abgelegt unter: Presse am Dienstag, 22. März 2011, 10:22 Uhr | Trackback-URL: http://kraftwerk.the-webring.at/2011/03/offener-brief-an-den-chefredakteur-karntner-krone/trackback/
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